Auf unseren 140 ha Ackerland wird hauptsächlich das Futter für unsere Milchkühe und für den Ortsansässigen Öko-Legehennenbetrieb angebaut, aber auch Früchte für den direkten menschlichen Verzehr (z.B. Kresse). Bei der Wahl unserer Früchte spielt Vielfalt die größte Rolle, denn nur so bleiben Boden und Pflanze gesund und es wird ein Lebensraum für möglichst viele Lebewesen geschaffen. Außerdem verzichten wir beim Anbau der Früchte auf jegliche Kulturen Pestizide und Gentechnik.

Die Leguminosen – Der Motor in unserem Anbau

Leguminosen, wie zum Beispiel die Lupine,  sind Eiweißpflanzendie eine Symbiose mit Organismen im Boden eingehen. Das heißt, die Organismen können aus der Luft Stickstoff fixieren, den wichtigsten Nährstoff für das Pflanzenwachstum, im Gegenzug liefert die Pflanze den Organismen Zucker und Wasser. Den fixierten Stickstoff nimmt die Pflanze entweder auf und wandelt ihn in Eiweiß um, oder stellt ihn bereit für die nächste Frucht.
Durch den zusätzlichen Stickstoff aus der Luft wird einerseits der Nährstoffkreislauf im Betrieb vollends geschlossen und anderseits können wir durch den Anbau der heimischen Eiweißpflanzen auf jegliche Sojaimporte verzichten.

Die Fruchtfolge – Eine bunte Vielfalt

Wichtig ist für uns nicht nur, dass wir möglichst viele Früchte anbauen, sondern auch in welcher Reihenfolge (=Fruchtfolge) wir diese anbauen.  So wird beispielsweise ein und dieselbe Frucht nur in einen Mindestabstand von 4-5 Jahren auf einer Fläche angebaut. Dadurch werden Pflanzenkrankheiten und Wuchsdepressionen, die durch den Monokulturanbau entstehen können verhindert. Außerdem werden nach stickstofffixierenden Pflanzen wie der Lupine Früchte angebaut, die viel Stickstoff aufnehmen, wie zum Beispiel Weizen, um Nitratbelastungen des Grundwassers zu vermeiden.

Angebaute Früchte für die Tiere: Klee- und Luzernegras; Hafer; Weizen; Mais; Gerste; Triticale; Roggen; Lupinen; Ackerbohnen
Angebaute Früchte für menschlichen Verzehr: Weizen; Hafer; Dinkel; Kresse; Buchweizen; Lupinen

Die Zwischenfrüchte – Futter für Biene und Regenwurm

Nach der Ernte der Früchte im Sommer (Juli - August) wird im Regelfall eine vielfältige Mischung aus Pflanzen angebaut, die den Boden intensiv durchwurzelt, stabilisiert und Nährstoffe vor Auswaschung hindern – die Zwischenfrüchte. Durch die erzeugte Pflanzenmasse wird Futter für den Regenwurm bereitgestellt, der dadurch den Boden mit Humus anreichern kann und die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig erhöht. Außerdem bestehen die Pflanzenmischungen zu einem großen Teil aus nektarreichen Pflanzen, wie Phacelia und Sonnenblume wovon sich die Bienen ernähren können.

Die Mischungen bestehen meist aus: Leindotter, Sonnenblume, Abessinischer Senf; Öllein; Buchweizen; Rauhhafer; Rettich; Sorghum; Pannonische Wicke; Inkarnatklee; Schwedenklee; Saflor; Perserklee; Serradella; Sparriger Klee; Phacelia; …

Die Düngung – Ein Kreislauf der Nährstoffe

Im Ökolandbau geht es nicht darum die Pflanzen mit leicht verfügbaren Nährstoffen zu Düngen, sondern den Boden zu ernähren und somit das Bodenleben, welches in Symbiose mit den Pflanzen, die Nährstoffe im richtigen Verhältnis und zur richtigen Zeit den Pflanzen zur Verfügung stellt.
Dies schaffen wir zum einen durch Mist, Kompost und Gülle von den Milchkühen und Legehennen und zum anderen durch Zwischenfrüchte und Leguminosen. Durch diese Mischung erzeugen und erhalten wir einen fruchtbaren Boden auf dem gesunde Pflanzen gedeihen, mit denen die Tiere gefüttert werden und wieder Dünger erzeugen. Somit verbleiben die Nährstoffe im Kreislauf des Betriebes.